KitschKrieg haben Pop verändert. Der minimalistische Sound, die charakteristische Bildsprache in Schwarz und Weiß, ihr konsequenter DIY-Ethos, zahllose Hits mit u.a. Trettmann, AnnenMayKantereit und Bonez MC: Nichts und niemand sonst in diesem Land hat die Musikkultur der letzten Dekade so geprägt wie das Produzententeam aus Berlin-Kreuzberg.

Die außergewöhnliche Geschichte von KitschKrieg beginnt in einer sehr gewöhnlichen WG in Berlin-Kreuzberg. Der Sound, mit dem das Trio heute Playlisten und Festivals regiert, mag inspiriert sein von jamaikanischer Soundsystem-Kultur, Grime aus London, den neuesten Trap-Mutationen aus Atlanta. Ihr kreativer Ansatz und ihr Werdegang als Kollektiv aber sind untrennbar verbunden mit diesem Ort, seiner oft abseitigen Schönheit, seinen endlosen Tagen und Nächten, seinen konstanten Wechselwirkungen von Verfall und neuen Möglichkeiten. 2015 zogen die Produzenten Fizzle und Fiji Kris und die Fotografin/ Artdirektorin °awhodat° unabhängig voneinander nach Berlin. Wie so viele waren sie auf der Suche nach neuer Inspiration, neuer Hoffnung. Als sie ankamen, fanden sie einander – und eine künstlerische Vision. Seitdem haben KitschKrieg so ziemlich alles erreicht, was dieses Land an Aufmerksamkeit und Auszeichnungen bereit hält. Gemeinsam mit dem Leipziger Sänger Trettmann, quasi dem fünften Beatle im KK-Kosmos, schufen sie zwei Alben und diverse EPs, die die Zeit überdauern werden: digitale Bluesmusik mit der Energie von Trap, voll subtiler Melancholie und einem unbeirrbaren Glauben an das musikalische Weiter. Parallel nahmen sie mit den Granden der Deutschrap-Szene auf: Ufo361, Gzuz, Beginner, Marteria, Cro, Jan Delay, Peter Fox, RIN, Bonez MC & RAF Camora, Haiyti, Megaloh, Max Herre – you name it.

KitschKrieg schufen einfach ihr eigenes Universum, in dem all diese vermeintlichen Widersprüche neuen Sinn stiften. Dafür gab es #1-Singles, Platin, Schnappatmung im Feuilleton, den Preis für Popkultur, den Echo. Vor allem aber gab es Liebe von den Echten, unter Kollegen wie Fans. Weil es zwar niemand präzise benennen, aber alle ganz genau spüren konnten: dass das hier etwas ganz Besonderes ist.

KitschKrieg haben immer den Gedanken hochgehalten, dass eine Idee besondere Kraft entfaltet, wenn sie von allem Beiwerk und Ballast befreit ist, wenn eine Bassline direkt in den Magen und ein Wort direkt ins Herz ballert. Jeder Song ist die Essenz eines Moments, eines Genres, einer Idee. Bei KitschKrieg kommt zusammen, was schon deswegen zusammengehört, weil es sonst niemand zusammendenken will oder kann. Ihre Kunst vereint Seele und Struktur, Bass und Bauhaus-Schule, ewige Nacht und neues Licht. Vor allem gibt sie die Gewissheit, dass es immer weitergeht. Let’s push things forward. Standard.