JUICE und splash! Mag wissen Bescheid. Samy Deluxe und UFO361 wissen Bescheid. Alle verdammten Raver im verdammten Club wissen Bescheid. TRETTMANN hat die đŸ”„ fĂŒr 2016 – und mit “KitschKrieg 2” nun die zweite EP binnen weniger Wochen am Start.

 

Vom Dancehall-Don aus Leipzig zum Post-Trap-Troubadour aus den Wolken. Vom in Fachkreisen geschĂ€tzten EinzelkĂ€mpfer zum Vorboten einer neuer Bewegung. TRETTMANN und seine Reinkarnation sind die Überraschung des laufenden Musikjahres. Ende Januar erschien seine EP “KitschKrieg” ĂŒber das Berliner Label SoulForce Records. Seitdem steht die Musikpresse und Netzgemeinschaft kollektiv Kopf. In der Inbox drĂ€ngen sich die Feature- Anfragen. Und aus den Clubs wabern Hits wie “Skyline” oder “Raver” ins Morgengrauen, als hĂ€tte dieses Land nie ein Problem im Themengebiet “Tanzlokalentertainment und Muttersprache” gehabt.

TRETTMANN hat stets alle mögliche Musik geliebt und gelebt. Sade und Anita Baker, Garnett Silk und Mavado, Biggie und Jay-Z, The-Dream und Usher, Young Thug und Travi$ Scott. Er hat die klassischen Alben studiert und die neuesten Hits gepumpt, jahrelang. Er hat die Flows der Großen verinnerlicht und darin seine eigene Sprache gefunden. Mit dem Produzentenkollektiv KitschKrieg hat TRETTMANN nun endlich das musikalische Umfeld, um aus all diesen EinflĂŒssen einen so kohĂ€renten wie vielfĂ€ltigen Sound zu formen – und dabei echte Hymnen fĂŒr das Hier und Jetzt zu schreiben.

 

KitschKrieg 2” ist die nĂ€chste Manifestation dieses Momentums. FĂŒr “Buccaneer” hisst TRETTMANN die Piratenflagge, hebt das Glas und segelt in Zeitlupe durch den nĂ€chtlichen Nebel gen Fest- und Feierland. Auf “Lila FrĂŒhling” wirft er mit Moula und Metaphern um sich. Und mit “120 Jahre” kommt es zum Gipfeltreffen der Zukunft mit der Hamburger Newcomerin Haiyti. Das StĂŒck ist nominell ein Partysong: “Ich komm aus dem Club nicht raus, order’ noch ‘ne Flasche”. Aber zwischen den triumphalen Kicks und den hibbeligen Hi- Hats schimmert subtil Melancholie durch, auch feine lakonische Ironie.

In diesen Momenten erinnert das unwahrscheinliche Duo an Bonnie und Clyde mit einem Kofferraum voll Rumflaschen, an Nina Hagen und Udo Lindenberg im Turn-Up-Modus. Oder anders: Nie waren sich Trillwelle und die Neue Deutsche Wave nÀher.

Auf “Alles Echt” schließlich legt TRETTMANN seinen melodischen Flow ĂŒber einen Grime- Riddim aus dem Kreuzberger KitschKrieg-Keller – Eski-Synth und Wiley-Sample inklusive. Es ist eine Hommage langjĂ€hriger Fans an die frĂŒhen Tage des Genres; an die ungefilterte Energie von rauschenden Raves und dem Rauschen im Piratenradio; an das Einfach-Mal- Machen und das Die-Welt-VerĂ€ndern-Wollen. So schließt sich der Kreis zu TRETTMANN, der nie zu einer Szene zugehören wollte und sich auf diese Weise seine eigene schuf. “Ich hab mit all dem nicht angefangen, nur um euch allen zu gefallen / Hab das alles fĂŒr mich gemacht, jetzt beginnt es, euch allen zu gefallen / Alle wollen, dass ich so weitermache’, doch ich schulde keinem einen Gefallen / Fizzle sagt, wenn ich so weitermache, dann fĂŒllen wir im Winter Hallen.” Truss ‘im daddy!

(Ach so: Einen Remix zu “Skyline” gibt’s auch noch. Mit einem gewissen Samy Deluxe und einem gewissen UFO361 und einem gewissen DJ Sytelwarz. Keine große Sache halt.)